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Veredeln von Obstgehölzen

Hier fehlt noch der Einführungstext

Gründe fürs Veredeln

Hinweis zur Nutzung von Reisern von geschützten Sorten

Rindenpfropfen Schritt für Schritt

Auswahl der Reiser

  • Bleistiftstarke Reiser, sogar stärkere Reiser sind möglich.
    Sie haben mehr Reserven.
  • Steinobst frühzeitig schneiden (November/Dezember), bei später geschnittenen Reiser schwellen die Knospen früher. Winterruhe beginnt früher, endet früher.
  • Reiser für Kernobst können auch noch im Februar geschnitten werden, Reiser trocknen nicht so schnell aus wegen Wasserverlagerung.
  • Merkmale für funktionsfähige Reiser:
    • Straffe, glatte Rinde ohne Beschädigungen.
    • Nur leicht verdickte Knospen.
    • Beim Anschneiden völlig intaktes grünliches Gewebe.
    • Untersuchen, ob sich ein Baum noch zum Veredeln lohnt.

Wahl der Unterlage

  • Ideal die Bäume im Alter von 6 - 10 Jahren veredeln.
  • Bei Krebs, Frostschäden, Gummifluss, virose Flachastigkeit, virose Triebsucht, Feuerbrand nicht mehr veredeln.
  • Bäume sollten auch einen guten Kronenaufbau haben und nicht zu alt sein.
  • Kirschen in der Blüte veredeln.
  • Möglichst bei zunehmenden Mond veredeln, nahe am Vollmond.
  • Nach der Veedlung Sitzstange für Vögel anbringen.

Vorbereitung für das Umpfropfen

  • Beim Abwerfen der Krone auf richtige Höhe achten
  • Nicht zu hoch abwerfen, sonst muss gleich wieder die Höhe begrenzt und zurück geschnitten werden
  • Nicht zu nieder abwerfen, wir wollen das Gerippe vom Baum erhalten
  • Lieber viele kleine Pfropfköpfe als wenig große
  • Bei großen Pfropfköpfen können die Reiser auch eingenagelt werden.
  • leine Äste als Zugäste am Baum belassen.
  • Zugäste treiben normal aus und stärken den Ernährungs- und Stoffwechselhaushalt des Baumes.
  • In der Nähe des Propfkopfes keinen Zugast dulden.
  • Reis und Unterlage sollten beim Kopulationsschnitt gleich stark sein.
    Wenn Reis stärker ist, besteht keine Anwachschance, da sich das Kanbium nicht verbinden kann. Das Edelreis vertrocknet.
  • Reiserdurchmesser mal 6 gleich Länge des Schnitts.

Einsetzen der Edelreiser

Der Kopulierschnitt am Edelreis darf nur so weit eingeschoben werden, dass der halbmondförmige Schnittanfang über die Pfropfkopfebene ragt.

Richtig eingeschobene Pfropfreiser vermögen zur Verwachsung besser beizutragen als zu tief eingeschobene.

  • Lieber viele kleine Pfropfköpfe als wenig große
  • Bei großen Pfropfköpfen können  die Reiser auch eingenagelt werden.

Veredelungsstellen nachbehandeln

Nach der Veredelung müssen weitere Schritte unternommen werden, um den Anwachserfolg sicherzustellen.
Jede Veredelungs- und Anzuchtmethode erfordert teilweise unterschiedliche Schritte.
Ziel ist es, eine dauerhaft verwachsene Veredelungsstelle zu erzielen und eine neue Pflanze aufzubauen. D.h. Veredelungen nachschauen und eventuell entstandene Risse oder Undichtheiten mit Veredelungswachs nachstreichen.
Das Anwachsen der Reiser braucht 3 - 4 Wochen. Erst dann treiben die Augen aus. Neuaustriebe der alten Sorte an der Veredelungsstelle an den Pfropfköpfen entfernen, der Edeltrieb muss die höchste Stellung am Ast behalten. Sie nehmen dem Edeltrieb Nährstoffe und Licht und müssen entfernt werden.

Veredelte Bäume sind sehr blattlausgefährdet. Dies gilt für die Unterlage und später auch für die Edelsorte. Neuaustrieb des Edelreises auf Schädlingsbefall (v. a. Läuse) kontrollieren.
Bei Auftreten von Läusen unbedingt mit einem zulässigen Pflanzenschutzmittel behandeln.